Klimaresilientes Rifferswil

Im Jahr 2024 wurde die 1.5-Grad-Schwelle der Erderwärmung erstmals auf globaler Ebene überschritten (siehe Copernicus). Es ist absehbar, dass wir die Ziele es Pariser Klimaabkommens nicht erreichen werden.

Hitze- und Trockenperioden, Starkniederschläge und Stürme nehmen also weiter zu. Was bedeutet diese Entwicklung für Rifferswil? Wie können wir heute aktiv werden, um morgen besser gewappnet zu sein?

Um gemeinsam ins Denken und Handeln zu kommen, versammelten sich rund 50 interessierte Rifferswiler:innen zum Start des mehrjährigen Projekts «Klimaresilientes Rifferswil» im Juni 2025. Das Projekt wurde durch den Verein Nachhaltiges Rifferswil initiiert und finanziert.

Projekt «Klimaresilientes Rifferswil»

Trägerschaft & Beratung: Verein Nachhaltiges Rifferswil / AG «Klimaresilientes Rifferswil», Umwelt- und Energiekommission der Gemeinde, Fachberatung durch StadtLandschaft.ch

Dokumente zum Nachlesen:
Workshop Klimawandel 4.6.2025
Workshop Klimaanpassung 4.6.2025
Präsentation Klimabäume 10.7.2025
Präsentation Klimagarten 11.9.2025

Mit fachlicher Unterstützung der Landschaftsplaner Stadtlandschaft wurden in einem Workshop folgende Erkenntnisse erarbeitet:

  • Klima Analyse Rifferswil: Hitze Hotspots sind bereits heute spürbar, insbesondere im mittleren Teil der Jonenbachstrasse und dem Dorfplatz, aufgrund der versiegelten Flächen.
  • Rifferswil profitiert von grossflächigen nächtlichen Kaltluftströmen aus nordöstlicher Richtung, solange sie nicht durch dichte Bebauung oder bauliche Barrieren unterbrochen werden. Sie agieren wie natürliche Klimaanlagen. Dieses Wissen ist ein klarer Auftrag an die Planung: Frischluftschneisen sichern, lockere Bebauung fördern und gezielt begrünen.
  • Die wirksamste Massnahme gegen Hitze sind Bäume: Der alte Baumbestand muss erhalten bleiben, neue Bäume sollten gezielt gepflanzt werden – sowohl im öffentlichen Raum als auch auf Privatgrundstücken. Bäume verdunsten Wasser, kühlen dadurch ihre Umgebung und spenden wohltuenden Schatten.
  • Ergänzend dazu sollten beschattete Fusswege ausgebaut und Wasserkreisläufe geschlossen werden – etwa durch Regenwassernutzung auf den Parzellen anstelle der Ableitung ins Kanalsystem.

Wie geht es weiter?

Klimaschutz geht nur gemeinsam. Als Verein können wir Projekte anstossen und informieren, wie zum Beispiel mit Klimathemen an unserem monatlichen Stammtisch (siehe Agenda). Als Resultat des Workshops wollen wir folgende Projekte weiterverfolgen, brauchen dazu aber die Unterstützung von Bevölkerung und Politik:

  1. Bäume pflanzen: Grundlage ist eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Bäume und Grosssträucher (Art, Alter, voraussichtliche Lebensdauer). Zudem sollen verfügbare Flächen (privat und öffentlich) erfasst werden, die potenziell bepflanzt werden könnten. Auf dieser Basis lassen sich Ersatz- und Neupflanzungen planen und mit Grundstücksbesitzern, Gemeinde und Kanton diskutieren und im besten Fall umsetzen. Der Altbaumbestand in Rifferswil ist durch Neubauten in den letzten Jahren zurückgegangen – es besteht also Handlungsbedarf.
  2. Dorfplatzgestaltung: Der Dorfplatz gehört zu den prioritären Zonen in Rifferswil für Klimaanpassungsmassnahmen – siehe GIS-Browser. Wirksam wären mehr Bäume, entsiegelte Flächen oder Wasserelemente zur Kühlung. Die verschiedenen Interessen am Dorfplatz müssen dabei sorgfältig einbezogen werden.
  3. Wassermanagement: Mögliche Massnahmen umfassen die Analyse von Abflusswegen bei Starkregen, die Planung von Notwasserwegen oder multifunktionalen Rückhaltebecken, die Nutzung von Regenwasser (z.B. Zisternen), die Trennung von Brauch- und Trinkwasser sowie die Entsiegelung geeigneter Flächen.

Mach mit! Hast Du Lust, Dich bei einem dieser Projekte zu engagieren – im Rahmen einer Arbeitsgruppe? Oder hast Du eigene Ideen zur Stärkung der Klimaresilienz in Rifferswil? Dann melde Dich gerne bei uns: info@nachhaltigesrifferswil.ch

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